USA - Südwesttour

Bisti Wilderness

Wir starten früh, da wir heute eine größere Wanderung in den Bisti Badlands machen und die größte Nachmittagshitze dabei vermeiden wollen.

Frühstück gibt es im Hotel bereits ab 6:00 Uhr, was uns hierfür durchaus entgegen kommt. Die Begeisterung über das Frühstück selbst hält sich dann aber stark in Grenzen. Toast und Cornflakes, Muffins und Äpfel. Kaffee und O-Saft. Das Ganze mit Plastik- und Wegwerf-Geschirr. Aber eigentlich ist das ja das typische amerikanische Motelfrühstück — wir sind von den letzten Tagen wohl einfach nur etwas verwöhnt…

Wir stärken uns trotzdem reichlich, tanken noch eben schnell und fahren dann Richtung Süden zu den Bisti Badlands.

Um 8:15 Uhr kommen wir am Trailhead der South Unit an. Wir schnüren die Wanderschuhe, füllen die Rucksäcke mit Wasser, tragen uns in’s Trailregister ein und dann geht es los.

Die Bistis sind eine wirklich außergewöhnliche Landschaft, die offensichtlich nur wenigen bekannt ist und wenn man Einsamkeit beim Wandern sucht — hier findet man sie bestimmt. Für manchen mögen die Bistis vielleicht auch abschreckend und furchterregend wirken — uns gefallen die bizarren Felsen und wir durchstreifen das Gebiet auf der Suche nach immer neuen Entdeckungen.

Drei Stunden lang wandern und klettern wir durch die Wunderwelt der Hoodoos, fliegenden Schildkröten, Dinosaurier und Adlernester.

Immer neue Assoziationen fallen uns ein und wir haben jede Menge Spaß dabei.

Im Vorfeld haben wir gelesen, dass die Mückenplage hier ziemlich groß sein soll — das Mückenspray aber dann natürlich vergessen sigh

Die Plage hält sich allerdings in Grenzen — offensichtlich sind die Mücken durch die Hitze so träge, dass sie uns ziemlich in Ruhe lassen…


Wieder zurück auf dem Parkplatz machen wir eine ausgiebige Picknickpause und erfrischen uns mit einer eiskalten Cola aus der Kühltasche.

Dabei kommen wir mit einer Schweizer Familie in’s Gespräch, die auch eben von einer Tour durch die Bistis zurückkommen.

Wir sind erstaunt zu hören, dass sie ohne GPS Gerät oder andere Hilfsmittel unterwegs waren.

Das hätten wir uns wahrscheinlich nicht zugetraut — zu leicht kann man hier die Orientierung verlieren.

Außer unseren beiden steht sonst kein Auto auf dem Parkplatz und auch im Trailregister sieht man, dass in den letzten Tagen nie mehr als 2-3 Gruppen unterwegs waren.

Als wir wieder halbwegs gestärkt und erfrischt sind, nehmen wir die North Unit der Bisti Wilderness in Angriff. Wir fahren über die im Internet beschriebenen Wege und wundern uns schon etwas, dass auf der Zufahrtsstraße ein großes Schild „No Access to Bisti Wilderness“ steht. Als wir dann am Zielpunkt ankommen, finden wir einen Stacheldrahtzaun vor, der keinen offiziellen Eingang wie in der South Unit zu haben scheint. Es gibt auch kein Trailregister und wir sind etwas skeptisch, ob wir hier wirklich reingehen sollen.

Da wir aber Verbotsschilder für Fahrräder, Motorräder etc. — keine dagegen für Fußgänger entdecken können und wir aus dem USA-Forum wissen, dass diesen Trail schon einige hier gelaufen sind, klettern wir mutig durch das große Loch im Zaun und marschieren los biggrin

Auch in diesem Teil der Bisti Wilderness finden wir unzählige skurrile und bizarre Felsgebilde und wir lassen uns treiben, streifen von einem Hoodoo zum anderen.


Gute zwei Stunden und einen Sonnenbrand später wird es uns dann aber endgültig zu heiß und der Schweiß fließt bereits in Strömen hot So machen wir uns wieder auf den Rückweg nach Farmington.

Wir besorgen im Walmart noch neue Getränke und diverse Kleinigkeiten und sind dann gegen 16:00 Uhr wieder im Hotel.

Hier lassen wir jetzt erst mal alle Fünfe gerade sein und erholen uns am Pool von den Strapazen.

Der versprochene Kühlschrank ist leider nicht gekommen. Wir haben aber keine Lust, deswegen jetzt noch zig mal nachzufragen — plündern wir halt wieder die Eismaschine…

Zum Essen gehen wir wieder in’s Tequila’s — da war es gestern ganz nett und wir haben weder Lust, weit zu laufen noch uns in’s Auto zu setzen. Es schmeckt wieder sehr lecker, aber die Portionen sind auch heute nicht zu schaffen.