USA - Südwesttour

Aztec Arches

Eigentlich wollten wir den Tag mit einer Runde im Pool beginnen, aber dieser ist zu unserer frühen Aufstehzeit noch geschlossen, so dass die morgentliche Schwimmstunde leider entfallen muss.

Stattdessen packen wir unsere Siebensachen und begeben uns zum Kontinentalen Frühstück. Diesmal fällt es etwas weniger deftig aus — aber es ist auch recht gut und völlig ausreichend.

Um 7:20 Uhr sind wir dann wieder „On The Road“ und starten in Richtung Farmington. Wir sind zuerst etwas erschrocken: das Navi vermeldet bis zu unserem heutigen Hauptziel 425 Kilometer statt der mit Google Maps im Vorfeld ermittelten 300 Kilometer — so weit wollten wir heute eigentlich nicht fahren. Einer muss sich hier wohl irren — mal schauen, ob wir das Navi noch eines Besseren belehren können…

Unsere Fahrt führt zunächst über die Rio Grande Gorge Bridge. Wir halten kurz an und werfen einen Blick in die gewaltige 125 Kilometer lange und bis zu 300 Meter tiefe Schlucht, die der Rio Grande in den Basalt des Taos Plateaus geschnittenen hat. Leider liegt aber um diese Zeit noch alles im Schatten.


Nur wenig später halten wir erneut an: Die exotischen Öko-Gebäude aus Upcycle Material von Earthship Biotecture faszinieren uns: Verbaut wurden hier u.a. Bierdosen, Flaschen und Autoreifen und das Ganze erinnert irgendwie etwas an den Stil von Hundertwasser.

Die Lehm ummantelten Wände bestehen aus mit Erde gefüllten Autoreifen. Dadurch bleibt offenbar die Innentemperatur das ganze Jahr über mehr oder weniger konstant, so dass weder Heizung noch Klimaanlage benötigt werden. Strom wird mit Solarpanels produziert, Wasser aus Schnee- oder Regentropfen in einer grossen Zisterne gesammelt.

Man kann hier auch die Innenräume besichtigen — allerdings erst ab 10:00 Uhr und solange wollen wir dann doch nicht warten, denn wir haben heute ja noch mehr vor.


Den nächsten kurzen Zwischenstopp legen wir in Antonito ein — am Bahnhof der Cumbres & Toltec Scenic Railroad — und schauen uns die alten Lokomotiven der Schmalspur-Museumseisenbahn an.


Inzwischen hat das Navi eingesehen, wer hier der Chef ist und gibt klein bei — die Fahrstrecke verkürzt sich mit einem Schlag um 100 km.

Wir passieren kurzzeitig wieder die Grenze zu Colorado und schlängeln uns die Serpentinen zum La Manga Pass hoch. Der Summit liegt auf etwa 3100 Meter Höhe und wir kommen durch eine wunderschöne alpine Landschaft mit vielen glücklichen Kühen wink

Die Cumbres & Toltic Scenic Railroad führt ebenfalls hier entlang — eine Fahrt mit dem historischen Zug ist sicher auch ein ganz tolles Erlebnis.

Auf der Weiterfahrt lässt uns übrigens dieses Schild hier schwer ins Grübeln kommen.

Kühe haben wir ja unterwegs jede Menge gesehen, aber UFO’s think


Gegen Mittag kommen wir dann in der Gegend von Aztec an. Hier wollen wir heute auf „Arch- Jagd“ gehen. Wir sind ausgestattet mit einer tollen Beschreibung aus dem USA-Forum und entsprechenden GPS Tracks, so dass wir recht schnell fündig werden und eine tolle Arch-Ausbeute erzielen:

Der erste Arch ist der „Hourglass Arch“ — dieser ist praktisch von der Straße aus zu sehen und wir lichten ihn nur aus der Ferne ab.

Dann geht es auf einer Loop-Tour über Dirt- und Gravelroads durch eine interessante Landschaft mit Gesteinen, die überwiegend aus San Jose Sandstone bestehen.

Der „Pillar Arch“:

Der „Outcrop Arch“:

Der „Alien Arch“:

Bei den „Knickerbocker Arches“:

Im Pilares Canyon finden wir mehrere kleine Arche: den „Peephole Arch“, den „Petroglyph Arch“, den „Rooftop Arch“ und den „Arch Rock“:

Nach der Loop-Tour machen wir dann noch zwei weitere Abstecher: zum „Octopus Arch“ und zum „Cox Canyon Arch“. Bei diesen beiden ist etwas mehr Körpereinsatz erforderlich — insbesondere beim Cox Canyon Arch müssen wir doch ziemlich kraxeln. Aber der Anblick lohnt sich auf alle Fälle:

Neben den Arches gibt es natürlich noch jede Menge anderer interessanter skurriler Felsgebilde und wir knipsen was das Zeug hält. Die Gegend gefällt uns ausnehmend gut und wir sind völlig alleine unterwegs: außer den Anlagen der Öl- und Gasgesellschaften, die man immer wieder überall sieht, treffen wir keine Menschenseele.

Die Offroad-Feuerprobe hat unser Auto dabei übrigens glänzend bestanden. Wir werden teilweise mächtig durchgerüttelt, aber es macht einen Heidenspaß. Wir werden uns allerdings für die nächsten Fahrten wohl vorsichtshalber noch einen Spaten besorgen.

Nach 5 Stunden „Arch Hunting“ haben wir dann genug und die Wärme macht uns doch etwas zu schaffen — es hat immerhin 35°C und wir sind diese Temperaturen noch nicht so gewöhnt.

So fahren wir noch das letzte Stück bis Farmington, wo wir im La Quinta Inn & Suites einchecken. Das Zimmer ist sauber und in Ordnung aber ziemlich klein und es gibt keinen Kühlschrank. An der Rezeption verspricht man uns, dass wir bis morgen einen bekommen — solange plündern wir halt erstmal die Eismaschine für unsere Kühlbox dontknow

Abends gehen wir dann noch in’s Tequila’s — nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt. Das Essen und die Margaritas sind sehr lecker, aber die Portionen sind mal wieder so riesig, dass es nicht zu schaffen ist.