USA - Südwesttour

Biosphere II, Goldfield Ghost Town

Zur gewohnten Zeit stehen wir auf, packen unsere Sachen, checken aus und sitzen um 7:30 Uhr wieder beim Starbucks um die Ecke. Wir bestellen unsere Standard-Auswahl und setzen eine halbe Stunde später unsere Route fort.

Unser erstes Tagesziel für heute ist die Biosphere II — eine gigantische Stahl- und Glaskonstruktion inmitten der Sonora-Wüste.

Diese futuristisch anmutende Anlage war der Versuch, eine völlig autarke Lebenswelt herzustellen: 1991 versuchten acht Wissenschaftler — vier Männer und vier Frauen — zwei Jahre lang ohne Berührung mit der Außenwelt in diesen hermetisch abgeschlossenen Gebäuden zu überleben. Die Erkenntnisse dieses Experiments sollten später auf die bemannte Raumfahrt übertragen werden.

In der künstlich geschaffenen Atmosphäre mussten die Wissenschaftler den ökologischen Kreislauf mit den vorhandenen Pflanzen und Tieren aufrecht erhalten. So ganz hat das aber nicht geklappt: Es musste Sauerstoff zugeführt werden und eine ganze Anzahl der mitgeführten Säugetiere sind auch ausgestorben.

Mittlerweile verwaltet die Columbia Universität das Gelände und seine Einrichtungen und die Laboratorien werden u.A. verwendet, um Umweltveränderungen zu studieren.

Auf einer recht interessanten Führung kommen wir durch den künstlich angelegten tropischen Regenwald, eine Savanne und ein Sumpfgebiet mit angrenzendem Ozean. In diesem künstlichen „Ozean“ ist soviel Wasser, wie man in 68 Jahren benötigen würde, wenn man jeden Tag ein Bad nimmt.


Wir setzen unsere Fahrt fort und machen unseren nächsten Halt an der 1890 entstandenen Goldfield Ghost-Town. Als wir aus unserem wohltemperierten Auto aussteigen, trifft uns schier der Schlag. Ist das eine Hitze sweat

Wir schlendern ein wenig herum, schauen die alten Gebäude an, können es aber bei den Temperaturen nicht wirklich genießen. Stattdessen lechzen wir nach Abkühlung und landen im Saloon. Hier ist es deutlich angenehmer und wir nehmen einen kleinen Mittags-Snack zu uns.


Gegen 15:00 Uhr fahren wir dann weiter in Richtung Prescott. Wir kommen unterwegs zwar noch an einigen schönen Viewpoints vorbei, aber da die Quecksilbersäule mittlerweile auf 119°F (48°C) geklettert ist, bewegen wir uns kaum außerhalb des Autos.

In Prescott checken wir für eine Nacht im Prescott Pines Inn ein. Dieses B&B gefällt uns richtig gut. Unser Zimmer — der Larkspur Room — ist nett und liebevoll eingerichtet, es gibt einen großen Garten mit Grillmöglichkeit und wir werden sehr herzlich empfangen. Überall um uns herum zirpen die Grillen — so laut, dass man fast sein eigenes Wort nicht versteht.

Wir warten eine Weile, bis es sich etwas abgekühlt hat und machen dann noch einen kleinen Spaziergang durch Prescott. Christi hat allerdings keine Lust und bleibt lieber mit dem Macbook im Garten.


Prescott ist ein wirklich hübsches Städtchen. Wir laufen über die Plaza, wo gerade eine Tanzaufführung stattfindet, bummeln durch die Gassen und gehen anschließend noch etwas essen.

Da Christi diesmal nicht dabei ist, nutzen wir die Gelegenheit, mal etwas anderes als mexikanisch zu essen und landen im Taj Mahl Restaurant, wo es uns ausgesprochen gut gefällt und schmeckt. Sehr empfehlenswert!

Am Abend sitzen wir dann noch etwas im Garten, lauschen den Grillen und überlegen, wie wir morgen am besten der Hitze entgehen können.