Hawaii

Oahu: Südostküste

Der Jetlag hat uns noch immer eisern im Griff und die Nacht ist um kurz vor vier zu Ende. Aber das kennen wir ja schon und es macht uns mittlerweile auch gar nichts mehr aus, dann beginnen wir den Urlaubstag halt einfach ein bisschen früher.

Wir frühstücken auf dem Balkon und schauen dabei auf das noch schlafende Waikiki, was langsam erwacht. Gegen 6:00 Uhr brechen wir dann auf zu unserer Erkundungstour durch den südöstlichen Teil der Insel.


Nach 30-minütiger Fahrt erreichen wir die Spitting Cave von Portlock — ein „hidden secret“, was wir im Revealed Reiseführer entdeckt haben.

Zuerst sind wir etwas irritiert, als das Navi am Ende einer Sackgasse mit lauter Privatgrundstücken vermeldet, wir wären am Ziel. Aber da wir wissen, dass der Zugang zum Beach hier irgendwo sein muss, finden wir ihn schließlich auch. Ansonsten würde man den unscheinbaren Public Access vor lauter „Private Property“-Schildern glatt übersehen.

Ein kurzer steiler Weg führt nach unten und uns erwartet eine Bucht mit außerordentlich blauem und klarem Wasser. An einer Stelle im Felsen hat der Ozean mit seinen gewaltigen Kräften eine kleine Höhle erschaffen, die uns mit ein paar ordentlichen Rülpsern erfreut. Wir schauen uns das Schauspiel eine ganze Weile an genießen es.


Nur ein paar Meter weiter halten wir dann an der berühmten Hanauma Bay. Auch hier gilt offenbar: Frühes Kommen sichert einen Parkplatz. Wir haben um diese Zeit aber noch keine Not — das Parkhäuschen ist noch nicht einmal besetzt. Allerdings wollen wir auch gar nicht zum Schnorcheln bleiben, was für die meisten Besucher hier der Hauptanziehungspunkt ist, sondern wir wollen einfach nur schauen.

Die 15 USD Eintritt — wohlgemerkt nur für Touristen, nicht für Einheimische — sind uns einfach zu viel für einen Strand. Zumal es hier auf Hawaii zahllose wunderbare Strände gibt und dieser ist der einzige auf allen Inseln, der kostenpflichtig ist.

Aber den Blick von oben auf diese traumhafte Bucht lassen wir uns natürlich nicht entgehen.


In unmittelbarer Nähe der Hanauma Bay befindet sich der Koko Crater Park. Hier gibt es einen Trail, der über die Schwellen einer ehemaligen Eisenbahnstrecke zum Gipfel des Koko Craters führt.

Die Eisenbahnstrecke wurde während des Zweiten Weltkriegs vom Militär als Teil einer Schrägseilbahn genutzt, um Vorräte zu einem Aussichtspunkt auf dem Gipfel zu transportieren.

Und diesen Trail wollen wir uns heute Morgen antun wink

Um 7:30 Uhr sind wir am Trailhead, schnüren unsere Wanderschuhe und marschieren los.

Da müssen wir hinauf:

Bald kommen uns die ersten Wanderer entgegen, die auf diesem Trail bereits in aller Frühe gestartet sind und es schon hinter sich haben. Ihre Gesichter sprechen Bände und mir schwant schon so einiges — vor allem, als wir dann den ersten Blick auf die Eisenbahnstrecke werfen können, die sich schnurgerade und verdammt steil nach oben zieht.

Und die Vorahnungen bestätigen sich: der Trail ist richtig, richtig knackig. Über 1000 Stufen müssen überwunden werden, in unterschiedlichstem Abstand, Höhe und Zustand. Mehrmals müssen wir unterwegs eine kurze Pause einlegen und verschnaufen.

Aber als wir schließlich oben angekommen sind, entschädigt der spektakuläre Panoramablick auf die Ostküste von Honolulu für alle Strapazen und wir bleiben eine ganze Weile oben sitzen und genießen diesen 360 Grad Rundblick.

Auch der Weg nach unten ist dann nicht unbedingt einfach und geht mächtig in die Knochen. Mehrmals muss ich kurz anhalten, weil sich meine Beine anfühlen wie Gummi wink

Nach knapp zwei Stunden haben wir es schließlich geschafft und erreichen den Parkplatz. Wir verdrücken ein paar Parmesan Chips und trinken ausgiebig, dann setzen wir unsere Runde fort.


Den nächsten Stopp legen wir am Lanai Viewpoint ein. An klaren Tagen kann man von hier aus die Inseln Lanai, Molokai und Maui sehen. Wir schauen erst kurz von oben, dann laufen wir auf einen Tipp aus dem Revealed hin durch die Autobrücke nach unten, wo wir eine geniale Sicht auf das tiefblaue Wasser und die schäumende Gicht haben.


Nur ein paar hundert Meter weiter gibt es den nächsten Halt am Halona Blowhole.

Hier schießt das Meerwasser meterhoch aus einem Loch im Felsen — ein toller Anblick!

Von hier hat man auch einen schönen Ausblick auf den benachbarten Sandy Beach. Dieser lacht uns so an, dass wir beschließen, dort einen kurzen Stopp einzulegen.

Wir holen uns an einem Stand zwei Smoothies, setzen uns in den Sand und beobachten die mächtigen Wellen. Das sieht total spannend aus und ich wage mich mutig in die Fluten. Die Wellen sind jedoch so heftig, dass ich nur so herum gewirbelt werde und innerhalb weniger Minuten gefühlt ein Kilo Sand im Badeanzug habe.

Der Life Guard vor Ort kommt hinzu und schimpft uns mächtig aus. Offenbar habe ich keine besonders gute Figur abgegeben und er hat sich Sorgen um mich gemacht. Als ich wieder aus dem Wasser bin, lässt er Andreas dann auch gar nicht erst hinein. Na gut, dann eben nicht — suchen wir uns halt einen Strand mit weniger Wellen…


Erstmal steht aber noch ein weiterer Hike auf dem Programm: der Makapu’u Lighthouse Trail. Wir finden ohne Probleme einen Parkplatz und marschieren gegen 11:00 Uhr los. Es geht eine Teerstraße hinauf und unterwegs können wir immer wieder die Weite des Meeres und die umliegende Landschaft bewundern. Am Kaiwi Channel können wir sogar in der Ferne die vagen Umrisse von Molokai und West Maui erkennen.

Am Makapu’u Point angekommen, ist dann auch das Lighthouse zu sehen, das an der Steilküste klebend einen wunderbaren Farbtupfer in das Grün und Blau bringt.

Außerdem hat man von hier eine tolle Aussicht auf die endlosen weißen Strände der Waimanolo Bay.


Und zu genau der fahren wir als nächstes, denn jetzt ist Andreas dran mit Baden gehen. Mir reicht es für heute erstmal mit dem Wasser — die Wellen haben mir doch gehörigen Respekt eingeflößt.

Hier ist das Wasser aber deutlich ruhiger und so muss ich mir keine Gedanken machen als Andreas im Wasser ist und kann stattdessen ein Brautpaar beobachten, das sich im romantischen Ambiente der Waimanolo Bay das Jawort gibt.

Wir liegen eine Weile im Sand, genießen die Sonne und halten ein kurzes Nickerchen, aber nach einer Stunde ist uns das dann schon wieder zu langweilig — wir brauchen einfach Bewegung.


Also machen wir uns auf zum letzten Hike des Tages: dem Lanikai Pillbox Trail. Dass wir diesen heute überhaupt in Angriff nehmen können, ist übrigens ziemliches Glück: der Trail soll nämlich restauriert werden und wurde deswegen vor ein paar Wochen gesperrt. Da sich die Restaurierungsarbeiten aber verzögern, wurde er jetzt doch wieder kurzzeitig geöffnet, was uns natürlich sehr freut.

Die Parkplatzsuche gestaltet sich dafür etwas schwierig. Wir müssen mehrere Runden durch Lanikai drehen, bevor wir uns die Lücke eines wegfahrenden Autos schnappen können.

Gegen 14:30 Uhr marschieren wir los auf die Ka’iwa Ridge. Der Weg ist ziemlich steil auf lehmigem Untergrund, was nach Regen wahrscheinlich ziemlich glitschig sein kann. Heute ist es aber zum Glück trocken und so sind wir nach einer reichlichen halben Stunde bereits oben am zweiten Bunker.

Die Aussicht auf den Lanikai Beach ist einfach nur genial. Was für ein Türkis — man kann sich kaum sattsehen daran und wir bleiben eine ganze Weile hier oben und genießen es einfach nur.

Als wir wieder unten sind, schauen wir uns den Beach noch von Nahem an, allerdings bleiben wir nicht lange, denn wir haben für heute eindeutig schon genug Sonne abbekommen.


Gegen 16:30 Uhr brechen wir wieder auf und fahren über den Pali Highway zurück nach Honolulu. Wir holen uns bei Whole Foods noch Sushi für’s Abendessen und dann geht es zurück in unser Appartement.

Nachdem wir uns den ganzen Sand des Tages abgespült haben, machen wir es uns wieder auf dem Balkon gemütlich und vertilgen das Sushi zusammen mit einem Glas Wein bzw. Bier.

Andreas knickt gegen 19:30 Uhr wieder ein und muss sich dem Jetlag geschlagen geben, ich kämpfe noch ein Weilchen länger und tippe etwas am Reisebericht. Um kurz vor neun muss ich aber dann auch die Segel streichen…