Hawaii

Big Island: Kohala

Heute wollen wir noch einmal in den Norden der Insel und dort ein bisschen wandern. Der Wecker klingelt wie gewohnt um 5:30 Uhr und nach einem deftigen und ausgiebigen Frühstück sitzen wir um 7:00 Uhr abfahrbereit im Auto.

Die Strecke durch die Kohala Mountains ist landschaftlich recht abwechslungsreich und bietet tolle Ausblicke. Wir gönnen uns unterwegs allerdings nur einen kurzen Mini-Stopp in Kapa’au, um King Kamehameha die Hand zu schütteln. Naja, zumindest um die Original-Statue des großen Kriegers anzuschauen, der 1810 nach Jahren des Konflikts die hawaiianischen Inseln zu einem Königreich vereinte. wink


Gegen 9:00 Uhr erreichen wir den Pololu Valley Overlook, der einen unvergesslichen Ausblick auf die raue, ungezähmte Steilküste bietet.

Wir sind fasziniert, wollen uns aber mit dieser Aussicht natürlich nicht zufrieden geben, denn ein kurzer Trail führt hinunter zum Beach und von dort noch in ein zweites Valley hinein.

Also werden die Wanderschuhe geschnürt, die Trinkblasen gefüllt, ein bisschen Sonnencreme in’s Gesicht geschmiert und dann kann es losgehen.

Der kurze, felsige Trail führt recht steil nach unten und obwohl der Auslösefinger unterwegs in jeder Kehre juckt und wir immer wieder anhalten um die atemberaubende Aussicht festzuhalten, erreichen wir bereits nach einer Viertelstunde den Pololu Beach.

Uns erwartet eine dramatische Küste mit herrlichem schwarzen Sandstrand und großen polierten Lavasteinen. An Baden ist hier aufgrund der gefährlichen Brandung zwar nicht zu denken, aber es ist dennoch ein sehr malerischer Ort, um sich einfach nur hinzusetzen und eine Weile lang die Kräfte von Mutter Natur zu beobachten.

Wir laufen ein ganzes Stück am Strand entlang, bis auf der östlichen Seite des Tals ein weiterer Weg nach oben abgeht. Im Gegensatz zu vorhin, verläuft dieser jetzt durch die üppige Vegetation des Regenwaldes und ist dadurch ziemlich glitschig. Aber Andreas findet für mich in den Unmengen an herumliegendem Holz einen passenden Wanderstock, mit dem der Weg ganz gut zu laufen ist.

Nach einer reichlichen Stunde erreichen wir den Aussichtspunkt ins Nachbartal — das Honokanenui Valley. Hier steht netterweise eine Holzbank, auf der man beim Genießen der Aussicht ein bisschen verweilen kann.

Von hier geht es dann auf dem gleichen Weg wieder zurück.

Als wir den Strand erreichen, ist dieser kaum wieder zu erkennen: mittlerweile wimmelt es hier geradezu von Menschen. Es ist unvorstellbar, wie in der kurzen Zeit so viele Leute herunter gekommen sind, zumal der Parkplatz oben maximal Platz für 10 Autos bietet.

Wir quälen uns bei brütender Sonne den Berg wieder hoch. Ganz schön schweißtreibend! Oben erklärt sich dann die Situation: die Autos stehen mindestens 500 Meter lang an der Straße geparkt eek

Es empfiehlt sich also in jedem Fall, früh hier zu sein und wir haben alles richtig gemacht!


Für die gemütliche Rückfahrt nach Kona wählen wir den Weg an der Küste entlang und halten nur kurze Zeit später in dem Hippieörtchen Hawi. Ein kleines malerisches Aussteigerdorf, welches so langsam den Tourismus für sich entdeckt und wo man in der Kohala Coffee Mill ein hervorragendes hausgemachtes Eis bekommt.

Das haben wir uns jetzt aber auch verdient wink


Den nächsten Stopp legen wir am Lapakahi State Historical Park ein.

Hier kann man auf einem Interpretive Trail eine 600 Jahre alte, teilweise restaurierte Fischersiedlung besichtigen und dabei interessante Einblicke in das Leben der hawaiianischen Ureinwohner erhalten. Auf Schautafeln erfährt man einiges über das frühere Leben der Fischer und über deren Handwerkstraditionen.


Nach 45 Minuten sind wir durch und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist brütend heiß geworden und wir brauchen jetzt dringend einen Beach!

Wir schauen im Revealed, welcher unterwegs für uns in Frage kommt. Die Kaiholena Cove schaut ganz gut aus und ist nicht weit entfernt. Aber als wir dort ankommen, stellen wir fest, dass ab dem Ende der Zufahrtstraße noch ein gutes Stück Anmarsch zu Fuß nötig ist und darauf haben wir bei der Affenhitze gerade überhaupt keine Lust mehr.

Also weiter zum nächsten Beach. Es gibt ja schließlich noch genug andere. Der Spencer State Park kommt als nächstes — ja der wäre auch nicht schlecht. Und was? Der hat heute geschlossen…

Okay, fahren wir halt weiter bis zum Mauna Kea Beach. Hmmmm… Hier werden wir an der Schranke nicht reingelassen: Parking Lot Full upset

Mittlerweile braten wir fast und schrauben jegliche Ansprüche zurück. Hauptsache, irgendein Strand! Gegen 14:30 Uhr kommen wir schließlich am Hapuna Beach an, wo wir 5 USD für’s Parken zahlen müssen. Aber das ist uns jetzt gerade egal — wir wollen einfach nur in’s Wasser…

Der weitläufige Strand mit dem goldenen Puderzuckersand gefällt uns dann richtig gut. Alles ist sehr gepflegt und nicht annähernd so voll wie wir befürchtet haben.

Zwar gibt es so gut wie keinen Schatten, aber da wir uns hauptsächlich im Wasser aufhalten, stört uns das jetzt auch nicht weiter. Wir baden abwechselnd und Andreas versucht sich ein bisschen mit dem Boogie Board.

Gegen 16:00 Uhr reicht es uns dann erstmal — wir haben den Sonnenkoller erfolgreich abgewendet — und wir fahren weiter.


Leider trübt es auf dem Rückweg nach Kona immer mehr ein — der Vog vom Kilauea lässt grüßen. Im Norden haben wir heute davon kaum noch etwas gespürt, aber je näher wir Kona kommen, umso schlimmer wird es.

Wir halten noch kurz am A-Beach, aber der normalerweise äußerst fotogene Strand kann uns heute bei den diesigen Verhältnissen nicht wirklich begeistern. So bleiben wir nur ganz kurz und fahren direkt weiter.


Zurück in Kona springen wir geschwind in den Island Naturals Market & Deli um noch Brot für morgen früh zu kaufen. Dabei stellen wir fest, dass das ein richtig netter Laden ist und wir holen uns spontan für den kleinen Hunger etwas an der warmen Theke.

Gegen 18:00 Uhr kommen wir schließlich wieder in unserem Condo an und sind eine halbe Stunde später geduscht und ausgehfertig. Wir spazieren wieder zu Fuß nach Kona und landen zum Abendessen im Lava Java.

Ich nehme nur einen Salat und Andreas eine Pizza. Begeistert sind wir allerdings nicht. Die Cocktails sind wässrig, die Bedienung ist ziemlich unprofessionell und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist selbst für hawaiianische Verhältnisse unterirdisch.

Aber Hauptsache, auf der Rechnung steht schon der empfohlene Tipp von 25 Prozent drauf nuts

Egal, wir lassen uns den Tag davon nicht vermiesen, denn der war wieder mal richtig toll!

Wir spazieren gemütlich nach Hause, trinken auf dem Balkon noch ein Gläschen Wein und genießen den vorletzten Abend auf Big Island.