Hawaii

Kauai: Koke'e State Park

Die senile Bettflucht löst den Jetlag ab und treibt uns heute bereits um 4:30 Uhr aus den Federn. Draußen ist es noch stockfinster — aber da war doch was…

Stimmt, die Turtles am Hyatt Beach…

Wo wir jetzt einmal so früh dran sind, könnten wir ja mal nach denen schauen.

Also gibt es nur ein schnelles Müsli-Frühstück und dann geht es ab zum Hyatt. Dort herrscht zu dieser frühen Stunde eine irre Lichtstimmung, aber leider ist keine einzige Turtle zu entdecken.

Wir bleiben bis zum Sonnenaufgang und fahren dann in den Waimea Canyon. Der Plan für heute ist, den Kalepa Ridge Trail unter die Sohlen zu nehmen und dann wetterabhängig zu schauen, ob wir noch Lust auf eine weitere Wanderung haben.

Unterwegs legen wir noch einen kurzen Stopp an einem Aussichtspunkt ein…

… und kommen gegen 7:30 Uhr am Kalalau Lookout an, wo der Kalepa Ridge Trail beginnt. Er ist nicht wirklich ausgeschildert, aber man muss nur einfach auf der linken Seite durch das Gate im Zaun gehen, dann kann man den Weg überhaupt nicht verfehlen.

Wir schauen erst kurz vom Viewpoint aus, dann schnüren wir die Wanderschuhe und laufen direkt los.

Es geht ziemlich steil bergab, ist stellenweise etwas rutschig und hin und wieder gibt es ein paar ausgesetzte Stellen, so dass wir recht konzentriert laufen müssen. Aber der Weg ist einfach nur Klasse. Bereits nach kurzer Zeit haben wir einen fantastischen Blick in das Kalalau Valley, der uns die ganze Zeit über begleitet.

Unterwegs kommen uns drei Mädels mit schwerem Gepäck entgegen die unten übernachtet haben. Eine von ihnen hat an den Wanderschuhen eine Art Schneeketten befestigt — sehr praktisch bei dem Matsch thumbsup

Das sind dann aber auch schon die einzigen Leute, die wir unterwegs treffen — ansonsten sind wir völlig alleine unterwegs und müssen die spektakuläre Aussicht nur mit ein paar Ziegen teilen.

Meine Höhenangst habe ich heute vorsichtshalber daheim gelassen. Die kann ich hier nämlich absolut nicht gebrauchen — es geht ab und an haarscharf am Abgrund entlang.

Ein bisschen Sonne wäre nicht schlecht, aber darauf warten wir leider vergebens, denn es ist komplett bedeckt und nahezu windstill. Aber wir wollen uns mal nicht beklagen über das Wetter, es ist zumindest trocken — und das an einem der regenreichsten Plätze der Welt…

Am „End of Trail“ liegt uns dann schließlich der Kalalau Beach zu Füßen. Wir machen wir eine kurze Pause und versinken in der atemberaubenden Aussicht, dann geht es den Berg wieder hinauf.

Nach zwei Stunden sind wir wieder oben und da der Tag noch jung ist, beschließen wir, noch einen weiteren Trail zu laufen. Vielleicht kommt die Sonne ja heute doch noch heraus.


Wir fahren das kurze Stück zum Pu’u O Kila Lookout. Hier startet der Pihea Trail, der sich — zumindest im ersten Teil — vollkommen anders gibt als der vorherige. Der Weg ist breit, einfach zu laufen und von vielfältiger Vegetation gesäumt. Und trotzdem bietet er unterwegs ebenso fantastische Ausblicke in’s Kalalau Valley, das nun mittig unter uns liegt.

Kurz vor dem Pihea Vista Point wird der Weg dann jedoch zur reinsten Schlammschlacht. Spätestens hier ist Schluss für alle, die mit Flip Flops unterwegs sind. Und auch für diejenigen mit zu kurzen Beinen, wie eine Familie mit zwei kleinen Kindern resigniert feststellen muss — sie müssen irgendwann unterwegs kapitulieren und wieder umkehren.

Aber spannend und unterhaltsam ist der Trail allemal — wir haben viel Spaß mit dem Schlamm wink

Als wir nach einer reichlichen Stunde wieder zurück am Parkplatz sind, versuchen wir mit mäßigem Erfolg, unsere Schuhe wieder grob sauber zu machen — vergebliche Liebesmüh…


Wir fahren zurück bis zum zum Pu’u Hinahina Lookout und warten dort auf dem Parkplatz einen kurzen Regenschauer ab. Andreas hat noch nicht genug vom Schlamm und will unbedingt noch den Canyon Trail laufen. Das hat er sich in den Kopf gesetzt, seit der Pilot im Hubschrauber vor ein paar Tagen etwas von einer coolen weißen Aussichtsbank erzählt hat, die dort am Ende des Trails stehen soll.

Und da wir übermorgen schon weiter nach Maui fliegen werden, ist heute die letzte Gelegenheit dazu.

Also marschieren wir noch ein weiteres Mal los.

Wieder geht es durch Schlamm und Matsch und als wir schließlich am Cliff Point ankommen…

…gibt es zwar eine schöne Aussicht aber natürlich keine weiße Bank weit und breit.

Wer die wohl geklaut hat wink


Als wir wieder am Parkplatz sind, ist es bereits 14:00 Uhr und wir beschließen, dass wir für heute genug gewandert sind.

Auf der Fahrt zurück halten wir nur noch einmal kurz an den Red Dirt Falls, die ein ganz nettes Motiv abgeben.

Dann verlassen wir den Waimea Canyon endgültig und steuern wieder auf Poipu zu in der Hoffnung, dass wir am Beach noch ein bisschen Sonne tanken können.


Unterwegs nehmen wir im Ishira Market noch ein bisschen Poke und Fleisch zum Grillen mit und fahren erstmal nach „Hause“.

Leider hat der Ortswechsel in Bezug auf Sonne nicht viel gebracht — im Gegenteil: es hat sich mittlerweile richtig eingeregnet.

Was kann man bei so einem Wetter tun? Wir legen das Fleisch ein für heute Abend, chillen eine Runde auf dem Balkon und vertilgen das Poke.

Dann machen wir uns bewaffnet mit der Schnorchelausrüstung nochmal auf zum Hyatt. Beim Schnorcheln spielt es ja schließlich keine große Rolle, ob es noch zusätzlich von oben nass ist wink

Am Beach beim Hyatt herrscht allerdings High Surf und so springt nur Andreas kurz in die Fluten. Für mich ein Tabu bei diesen hohen Wellen. Später versuchen wir es noch mal ein Stück weiter westlich. Hier ist das Meer deutlich ruhiger und wir gehen zusammen eine Runde schnorcheln.

Wir probieren auch gleich mal die Unterwasserkamera aus — allerdings mit mäßigem Erfolg, da ich mit meinen extra angeschafften Kontaktlinsen zwar die Fische gut sehen kann, aber dafür auf dem Bedienfeld der Kamera nichts mehr erkenne wink Da müssen wir wohl noch ein bisschen üben…


Abends wird wieder gegrillt und dann recht zeitig das Licht ausgeknipst in der Hoffnung, dass — entgegen der Vorhersage — der Regen bis morgen früh wieder aufhört. Für morgen haben wir nämlich eine Kayak-Tour im Wailua River gebucht, auf die wir uns schon sehr freuen und da wäre es nicht schlecht, wenn wir ein bisschen besseres Wetter hätten.