Südafrika

Kariega Game Reserve, Addo Elephant Park

Um 5:30 Uhr klingelt wieder erbarmungslos der Wecker und reißt uns aus dem Tiefschlaf. Wir schauen erst mal aus dem Fenster und obwohl eigentlich angekündigt, regnet es nicht - da fällt das Aufstehen doch gleich viel leichter.

Dane holt uns wie gewohnt um 6:00 Uhr ab und wir machen uns auf zum letzten gemeinsamen Game-Drive.

Dieser startet gleich mit einem kleinen Highlight:

Am Rande eines Wasserlochs entdecken wir einen kleinen Hippo, der genüsslich schmatzend im Gras herumwatschelt.

Da bin ich natürlich ganz besonders glücklich, denn an Hippos hatte ich schon gar nicht mehr geglaubt.


Dann fahren wir lange Zeit durch das weitläufige Gebiet, ohne ein einziges Tier zu entdecken - nicht mal Impalas sind zu sehen.

Doch plötzlich ruft eine der Frauen hinten im Auto “Stopp!”

Sie hat im Gebüsch etwas katzenähnliches entdeckt und Dane setzt mit dem Auto zurück.

Und tatsächlich: wir haben einen Luchs gefunden.

Wir können unser Glück kaum fassen, auch wenn wir zum Fotografieren nur noch sein Hinterteil erwischen.


Weiter geht es nun querfeldein auf der Suche nach den Elefanten. Sie haben zwar überall ihre markanten Häufen hinterlassen, aber noch sind sie nicht zu sehen.

Dafür steht auf einmal ein Warzenschwein vor uns, zu dem sich auch gleich noch ein zweites gesellt.


Und dann finden wir auch die Elefanten. Erst nur aus einiger Entfernung, aber dann kommen zwei von ihnen in unsere Richtung und sind uns schließlich so nah, dass ich mit meinem Objektiv nur noch den Kopf draufbekomme.

Einer von den beiden hat nur einen Stoßzahn und Dane erklärt uns, dass sei genetisch bedingt, da seine Mutter auch nur einen hätte.


Nach einer kurzen Kaffeepause zum Aufwärmen fahren wir dann nochmal in die Richtung, wo wir gestern die Löwen entdeckt haben und tatsächlich: sie halten sich immer noch in der selben Gegend auf und wir kommen zu einem krönenden Abschluss mit der ganzen Löwenfamilie.

Wir kommen dabei sooo nah an sie heran, dass ich schon leicht nervös werde - aber Dane wird wohl wissen was er tut. Er meint, die Löwen seien im Gegensatz zu gestern, wo sie ständig unruhig herumgelaufen sind, nicht hungrig sondern eher schläfrig und solange wir uns total ruhig verhalten bestünde keine Gefahr.

Es ist faszinierend, auch wenn uns allen doch etwas mulmig dabei ist.


Nach 3.5 Stunden sind wir wieder in der Lodge zurück - jetzt heißt es Frühstücken und anschließend die Sachen packen, denn unser Aufenthalt im Reservat neigt sich dem Ende zu.

Ich genehmige mir noch eine Runde Wellness und gegen 11:30 Uhr sind wir ausgecheckt und wieder unterwegs.

Wir fahren zunächst nach Kenton-on-Sea, wo wir einen kurzen Zwischenstopp am Beach einlegen.

Im örtlichen Supermarkt wollen wir dann noch etwas einkaufen für die Selbstversorgung im Addo-Park heute und morgen. So richtig lacht uns im Fleisch Abteil aber nix an und so vertrauen wir auf den Shop im Addo und füllen nur unsere Getränke auf.


Nach zwei Stunden Fahrt kommen wir gegen 15:00 Uhr im Addo Elephant Park an und checken direkt ein. Wir haben ein Rondavel mit Blick auf’s Wasserloch reserviert und inspizieren dieses erst einmal gründlich.

Es ist alles recht einfach gehalten und teilweise stark abgenutzt, aber es ist sauber und für zwei Nächte geht das sicher ganz gut. In einer gemeinsamen Küche gibt es Kochutensilien und zu jedem Rondavel gehört ein eigener Grill und abschließbarer Kühlschrank. Internet gibt es keins - aber das werden wir sicher auch zwei Tage lang überleben wink


Nachdem wir ausgepackt und uns im Camp umgeschaut haben, begeben wir uns nochmal auf eine erste Erkundungstour durch den Nationalpark.

Es ist schon dämmrig und zum Fotografieren nicht mehr so dolle, aber unsere “Ausbeute” ist auch im eigenen Auto und ohne Guide gar nicht mal so schlecht: In den 90 Minuten, die wir noch unterwegs sind, sehen wir Elefanten, Warzenschweine, Zebras, Kudus und ein paar Perlhühner.

Dabei hängen die ganze Zeit dunkle Wolken am Himmel und am Horizont zucken gewaltige Blitze.


Als wir schon fast wieder im Camp zurück sind, kommt aus einem Seitenweg ein großer Elefantenbulle auf uns zu.

Wir bleiben stehen und beobachten ihn, da legt er auf einmal den zweiten Gang ein und kommt frontal auf uns zugestürmt. Mir wird ganz mulmig, weil er immer schneller rennt und wir fahren langsam rückwärts. Der Bulle macht aber keinerlei Anstalten, die Richtung zu ändern und der Abstand zwischen uns wird immer kürzer.

Da keinerlei Zweifel daran besteht, wer hier am längeren Hebel sitzt, drehen wir da lieber um und beobachten ihn aus einer sichereren Entfernung.


Zu guter letzt sehen wir noch ein paar Zebras und Wasserbüffel in perfekter Symbiose mit Kuhreihern - das gibt ein schönes Bild ab, auch wenn es mittlerweile leider viel zu dunkel zum Fotografieren ist.


Als wir im Camp zurück sind, fängt es an zu regnen, so dass sich unsere Lust auf Grillen in Wohlgefallen auflöst.

Wir setzen uns abwartend noch mit einem Sundowner auf die Terrasse und beobachten eine Weile das Wasserloch in der Ferne, wo sich hin und wieder ein Tier blicken lässt. Es wird aber nicht viel besser, so dass wir irgendwann auf das Restaurant umschwenken.

Dieses erweist sich als deutlich besser als sein Ruf. Ich hatte im Vorfeld keine besonders guten Kritiken darüber gelesen, aber wir sind mit Essen und Service durchaus zufrieden.

Relativ früh verkrümeln wir uns dann in unser Rondavel und beschließen morgen mal wieder etwas auszuschlafen nach den beiden Early-Bird-Tagen im Kariega Reservat.

Im Zimmer entdecken wir dann bei der Rückkehr aus dem Restaurant einiges an Käfern und anderen Getier, was ja so gar nicht meins ist - wir haben wohl nicht alles richtig abgeschlossen. Aber da müssen wir jetzt durch - einfach schnell das Licht aus: was ich nicht sehe, kann mich nicht verrückt machen wink