Kanada

Johnson Lake, Hoodoo Trail, Banff Gondola

Heute gehen wir den Tag total relaxt an. Der Wetterbericht verspricht erst ab dem Abend leichte Besserung und so können wir auch mal wieder etwas ausschlafen und stellen uns keinen Wecker.

Irgendwann gegen 5:00 Uhr sind wir trotzdem kurz munter, hören wie erwartet den Regen auf’s Dach trommeln und drehen uns einfach noch mal im Bett herum.

Umso erstaunter sind wir, als wir zwei Stunden später erneut wach werden und uns einer blauer Himmel anstrahlt. Das kann doch nur ein Traum sein, oder?

Aber es ist keiner. Wir haben es offenbar ausgestanden mit dem Regen - die Wetterwende ist da.

Zum Frühstück gibt es Obstsalat mit Joghurt und Grenola und anschließend eine leckere Quiche.

Wir beraten uns noch kurz über das heutige Programm und starten dann gegen 9:00 Uhr - so spät wie noch nie in diesem Urlaub - in Richtung Osten.

Jamie hat uns die Minnewanka Loop als äußerst scenic empfohlen und das ist sie in der Tat.

Als wir am Lake Minnewanka vorbeikommen, steigt gerade der Nebel auf - ein echt toller Anblick, der durchaus zum Namen des Sees passt.

Die Stoney People, die das Gebiet um den See jahrhundertelang als Jagdgebiet nutzten, waren nämlich der festen Meinung, dass dort Geister ihr Unwesen trieben und nannten ihn deshalb “Minn-Waki”, was in etwa “See der Geister” bedeutet.


Am Two Jack Lake stehen wieder die bekannten roten Stühle, die in Kanadas Nationalparks immer zu Selfies mit tollem Panorama einladen und wir greifen natürlich zur Kamera:


Am Johnson Lake wollen wir dann unsere gestern neu gekauften Wanderschuhe einlaufen und drehen eine Runde um den See.

Eine himmlische Ruhe ist das hier, nur das Zwitschern der Vögel und das Pfeifen der Squirrels - keine Menschenseele weit und breit. Erst jetzt bei dieser wunderbaren Stille fällt uns ein, dass wir doch eigentlich Jamie’s Bärenspray mitnehmen sollten - das hatte er uns ganz arg an’s Herz gelegt und wir haben es prompt vergessen...

Der See ist glasklar und die Umgebung spiegelt sich fantastisch darin:

Nach und nach wird es dann doch ein wenig voller auf dem Uferweg und wir weichen auf den Alternativweg aus, der etwas weiter weg vom Wasser verläuft - dafür aber wieder zwei rote Stühle mit schöner Aussicht bietet:


Nach einer Stunde haben wir den See umrundet und die Wanderschuhe haben ihre Feuerprobe bestanden thumbsup

Wir vollenden noch den Scenic Loop am Minnewanka Lake und halten als nächstes am Trailhead zum Hoodoo Trail.

Mittlerweile ist es 11:15 Uhr und die Sonne ist so richtig in Fahrt gekommen. Es ist so warm geworden, dass wir unsere Hosenbeine abzippen - gestern wäre das noch undenkbar gewesen!

Eigentlich wollen wir uns zuerst die Hoodoos anschauen und dann den Trail bis zu den Bow Falls an der Surprise Corner und zurück laufen.

Da aber gerade zwei Busladungen voller Touristen hier am Parkplatz ausgesetzt worden sind, machen wir nur ein schnelles Foto von den Hoodoos und beschließen, diese auf dem Rückweg anzuschauen.

Der Hoodoos-Trail verläuft zwischen dem Tunnel Mountain Drive und dem Bow River - mal mehr, mal weniger nahe am Fluss entlang - und man hat überhaupt nicht das Gefühl, mitten in der Stadt zu sein, obwohl man das in der Tat ist.

Der Weg ist auch offen für Mountainbiker und für diese stellenweise recht anspruchsvoll. Ab und zu kommen uns Radfahrer entgegen, die von oben bis unten mit Schlamm vollgespritzt sind...

An der Surprise Corner halten wir unser Mittagspicknick mit schönem Blick auf den Bow River und das Banff Springs Hotel ab.

Dann machen wir uns auf den Rückweg zu den Hoodoos. Unterwegs sehen wir gut im Gebüsch versteckt den ersten Geweihträger dieses Urlaubs:


Zurück am Ausgangspunkt schauen wir uns nun, da gerade keine Touristenbusse parken, noch die Hoodoos an.

Ein separater kleiner Rundweg führt zu ein paar Aussichtspunkten, von denen man einen schönen Blick auf die Gesteinssäulen am Hang hat. Und natürlich kann man diese Aussicht auch wieder in roten Stühlen genießen...


Nach insgesamt vier Stunden sind wir wieder am Auto zurück.

Das Wetter hält immer noch - wir sind sogar inzwischen zu den Sonnenbrillen übergewechselt.

Damit steht der letzte Tagespunkt für heute auch fest: wir lösen die letzten Voucher des Explorer Passes ein und fahren mit der Gondola auf den Mt. Sulphur hinauf.

Die Parkplatzsuche an der Seilbahn gestaltet sich schwierig. Der erste richtig schöne Tag seit einer Weile lockt offenbar viele Besucher an.

Wir bekommen Bordkarten für 16:20 Uhr und haben so noch Zeit für einen Kaffee, bis wir uns in die Schlange einreihen dürfen.

Oben angekommen, laufen wir noch bis zur Wetterstation am Summit. Auch hier wieder die netten roten Stühle, die sich heute wie ein roter Faden durch’s Programm ziehen wink.

Die Aussicht ist nicht unbedingt berauschend, es ist sehr trüb und der Himmel verfinstert sich mehr und mehr.

Am Horizont zucken immer wieder Blitze und wir sind gespannt, ob sich ein Gewitter entlädt, während wir in der langen Schlange für die Gondel nach unten stehen und warten.

Aber das Unwetter zieht vorbei und der Spaß, wie all die leicht bekleideten Damen mit Pumps und Miniröckchen ganz fürchterlich nass werden, entgeht uns biggrin.


Gegen 18:00 Uhr sind wir im B&B zurück. Wir machen uns frisch, plauschen etwas mit den anderen Gästen über die heutigen Erlebnisse und gehen dann zum Essen.

Irgendwie gelüstet es uns heute nach Ribs und wir lassen uns von TonyRoma’s Werbung verführen. Wir müssen dafür eine Wartezeit von 45 Minuten in Kauf nehmen, die wir mit einem Gang zum ATM (das B&B müssen wir in Cash bezahlen) und diversen Souvenirshops überbrücken.

Aber diese Wartezeit hat sich dann echt gelohnt. Die Ribs einschließlich Vorspeise sind einfach nur genial und pappsatt verlassen wir später das Restaurant und rollen zurück in’s B&B.

Hier erledigen wir gleich noch die Finanzen, damit wir morgen an unserem längsten Fahrtag des Urlaubs möglichst früh aufbrechen können.

Ansonsten passiert nicht mehr viel. Wir organisieren unsere Koffer noch etwas um, da wir in den verbleibenden Tagen immer nur eine Nacht am selben Ort verbringen und nicht immer alles mit auf’s Zimmer schleppen wollen.

Und dann geht es nach einem Gläschen Wein auch schon bald in die Koje.