Kanada

Icefield Parkway

Da wir heute eine längere Fahrt und viele Stopps unterwegs geplant haben, haben wir den Wecker etwas früher gestellt, und Jill hat angeboten, das Frühstück schon für 7:30 Uhr fertig zu machen.

Den Wecker brauchen wir jedoch gar nicht, denn wir werden mal wieder von der Natur geweckt - diesmal jedoch von einem Geräusch, was uns eher weniger gefällt: dem Regen, der auf’s Dach trommelt...

Während wir noch in der Lobby sitzen und auf’s Frühstück warten, wird einmal mehr klar, dass wir im B&B das richtige Zimmer - den Garden Room - gewählt haben. Das Zimmer im oberen Stock ist im Gegensatz zu unserem komplett offen - eine Art Loft - und wenn man auch von unten nichts einsehen kann durch einen guten Sichtschutz, so hört man doch wirklich alles, was sich oben tut. Und wenn ich schreibe “alles”, dann ist das wirklich wörtlich zu nehmen. Man hört, wenn sich jemand im Bett umdreht und heute Morgen kann ich mal wieder kontrollieren, ob die anderen Gäste auch wirklich gründlich ihre Zähne putzen und die empfohlenen zwei Minuten einhalten wink


Wie schon in den letzten Tagen gibt es wieder ein tolles Frühstück - das Brot des Tages sind Muffins mit Kokos und Ananas yummy

Wir checken aus, räumen die Taschen in’s Auto und pünktlich um 8:00 Uhr fahren wir bei strömendem Regen los in Richtung Lake Louise.

Unterwegs versuchen wir, uns das Wetter schön zu reden. Es wäre ja gestern rausgeschmissenes Geld für die Regenhose gewesen, wenn es jetzt nicht mal richtig regnen würde. Und der Fliegendreck an der Scheibe muss schließlich auch mal weg, damit wir das Wildlife besser sehen können wink

Aber bei diesem Wetter scheinen sich die Tiere tief im Wald verkrochen zu haben - nicht ein einziger Geweihträger lässt sich entlang des Icefield Parkway blicken...

Immer wieder meinen wir während der Fahrt, der Regen lasse langsam nach, nur um dann kurze Zeit später von noch stärkeren Güssen wieder in die Wirklichkeit zurück geholt zu werden.


Nach etwa 45 Minuten erreichen wir die Sunwapta Falls. Wir befinden uns gerade in einer hoffnungsvollen Phase - der Scheibenwischer läuft nur noch auf mittlerer Stufe - also halten wir bei den Wasserfällen an. Rockies bei schönem Wetter kann ja schließlich jeder wink.

Wir besuchen allerdings nur die Upper Falls, den Weg zu den Lower Falls schenken wir uns aus Mangel an Zeit und Sonne.


Der nächste Halt an den Tangle Creek Falls ist nur ganz kurz - diese Wasserfälle kann man direkt von der Straße aus sehen.


Als wir um kurz vor 10:00 Uhr das Visitor Centor des Columbia Icefield erreichen, hat wundersamerweise jemand im Himmel den Wasserhahn abgedreht.

Wir tauschen die Voucher unseres Explorer Passes gegen Tickets und bekommen Boardingpässe für nächste freie Tour um 10:45 Uhr.

Das passt uns ganz gut - da hat die Sonne inzwischen noch etwas Gelegenheit heraus zu kommen und wir können uns die informativen Schautafeln anschauen und durch den Souvenirshop bummeln.

Außerdem lichten wir vorsichtshalber den Athabasca Glacier schon mal ab... Wer weiß...

Und daran tun wir gut, denn die Sonne macht keinerlei Anstalten herauszukommen - im Gegenteil: als wir uns zur vorgegebenen Zeit am Bus einfinden, schüttet es wieder wie aus Kübeln...

Wir fahren mit dem Bus zum Gletscherrand und steigen dort um in einen Gletscherbus, der uns auf das Eisfeld bringt.

Unterwegs macht uns die Busfahrerin darauf aufmerksam, dass die Bäume hier auf der dem Gletscher zugewandten Seite alle fast kahl sind. Ursache dafür ist die wohl Kälte des Eises. Das gibt gute Weihnachtsbäume für die Ecken wink

Auf dem Eisfeld steigen wir aus und haben eine halbe Stunde Zeit, um herumzulaufen, zu schauen und zu fotografieren und um das Gletscherwasser zu probieren, was richtig gut schmeckt.

Es ist noch mal um einiges kälter als am Visitor Center und extrem rutschig. Und wenn man sich so umschaut, mit was für Schuhwerk manche Leute ankommen, muss man sich schon arg wundern, dass hier nicht mehr passiert...

Nach der Stippvisite auf den Gletscher gehört zum Programm noch ein Spaziergang über den gläsernen Skywalk. Wir erhoffen uns bei dem Wetter nicht wirklich viel davon und finden uns kurze Zeit später bestätigt: die Sicht ist es nicht wert, als solche bezeichnet zu werden.

Schade drum - aber man kann sich das Wetter nun mal leider nicht aussuchen...


Nach einem kurzen Picknick verlassen wir gegen 13:15 Uhr das Columbia Icefield und fahren weiter in Richtung Lake Louise.

Am Parker Ridge Trailhead fahren wir schweren Herzens vorbei. Auf den hatten wir uns so gefreut, aber das macht bei dem heutigen Wetter und den aktuellen Sichtverhältnissen nicht wirklich Sinn.

Stattdessen legen wir den nächsten Stopp am Mistara Canyon ein, den wir auf einem kurzen, 30-minütigem Trail erkunden.


Petrus hat mittlererweile ein Einsehen mit uns gehabt und die Wasserzufuhr gestoppt, so dass wir an mehreren schönen Haltepunkte ein bisschen die Aussicht genießen.

Und einen ungewollten Haltepunkt gibt es auch noch wegen Straßenarbeiten, der uns fast eine halbe Stunde kostet...


In Lake Louise gehen wir im Ort nur geschwind einkaufen und tanken und fahren dann direkt weiter nach Field, wo wir für die nächsten drei Tage eine kleine Ferienwohnung gemietet haben.

Wir kommen dabei zwar wieder nach British Columbia, müssen aber diesmal nicht die Uhren zurück stellen, was es deutlich einfacher für uns macht.

In Charlies Guesthouse - unserer gebuchten Unterkunft - ist niemand da, als wir ankommen. Dafür hängt ein Zettel an der Tür mit Instruktionen für uns und wir finden alles vor wie beschrieben.

Die kleine Wohnung verfügt über eine voll ausgestattete Küche und sogar Waschmaschine und Trockner gibt es im Bad.

Wir richten uns grob ein und gehen dann den Ort erkunden.

Zum Essen landen wir im Truffles Pig - dem einzigen richtigen Restaurant im Ort.

Das Essen ist sehr gut, aber auch recht teuer.

Wir beschließen deshalb, den restlichen Aufenthalt hier in Field a la Selbstverpfleger zu betreiben.

Wir kaufen noch Brot und Eier für morgen früh und nach einem weiteren Rundgang durch den Ort gehen wir früh zu Bett, in der Hoffnung, dass uns die Sonne morgen wieder wohl gesonnen ist.